23. Dezember

Blended Learning

Heute wollen wir euch das Konzept des Blended Learning vorstellen und Tipps & Tricks für die Praxis mitgeben.

Der Begriff Blended Learning ist zunächst die Bezeichnung für die Kombination von Face-to-Face Elementen mit mediengestütztem Lernen in Lehr-Lernarrangements (Kerres, 2013).

Inzwischen bezeichnet Blended Learning nicht mehr nur die Kombination aus Präsenz und Online Lernen, sondern meint eher die Kombination aus synchronem und asynchronem Lernen. Grundsätzlich gibt es dabei drei Aktivitätsformen: selbstgesteuertes E-Learning (asynchron), Live E-Learning (synchron; virtuelles Klassenzimmer, Zoom-Meetings) und traditioneller Präsenzunterricht (synchron).

Durch die Kombination sollen die jeweiligen Vorteile des Settings oder der Methode optimal genutzt und die Nachteile ausgeglichen werden.

Vorteile von Blended Learning sind beispielsweise folgende:

  • Durch digitale Medien ist das Lernen zeit- und ortsunabhängig
  • Es kann flexibel und im eigenen Lerntempo gelernt werden
  • Durch E-Learning kann einfacher auf unterschiedliche Lerntypen und Lernniveaus eingegangen werden
  • Es entstehen weniger Reisekosten, außerdem können Versäumnisse z.B. aufgrund von Krankheit einfacher aufgeholt werden
  • In den Präsenzphasen können vor allem praktische Tätigkeiten geübt werden, was auf digitalem Wege nicht funktioniert
  • Außerdem ist der persönliche Kontakt zu Lehrpersonen sowie anderen Lernenden nicht zu ersetzen
  • Durch sozialen Kontakt in Präsenz kann die Verbindlichkeit auch im digitalen Raum erhöht werden
  • Die Betreuung sollte sowohl synchron als auch asynchron kontinuierlich angeboten werden (Diskussionen, Feedback, Fragen)
  • Verschiedene Lernformen und Tools können angeboten und auf die Inhalte sowie Bedürfnisse der Gruppe abgestimmt werden

Damit diese Vorteile zum Tragen, kommen, müssen allerdings ein paar Aspekte beachtet werden. Die Herausforderungen von Blended Learning sind deshalb:

  • Hohe Ansprüche an Lehrende bei der Gestaltung des Lehr-Lernarrangements
  • Technische Ausstattung (Lehrende und Lernenden)
  • Eignung der Inhalte, dementsprechende Ausrichtung der Phasen

Einige Tipps/Leitfragen für die Gestaltung von Blended-Learning Arrangements:

  • Welche Kompetenzen haben Sie und welche und benötigen Sie noch für die Konzeption und Umsetzung?
  • Welche technischen Voraussetzungen sind gegeben? Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
  • Welche Tools sollen eingesetzt werden?
  • Wie ist der didaktische Rahmen, wie bauen die Phasen aufeinander auf?
  • Welche Vorkenntnisse haben die Lernenden? (Sowohl inhaltlich als auch was das Lernen im digitalen Raum angeht.)
    Wie viel Unterstützung müssen sie anbieten?
  • Welche Lernziele können mit welcher Methode am besten vermittelt werden? Bauen Sie dementsprechend die Phasen auf.

Beispiele für die Anordnung der Phasen:


Die AWW bietet bereits seit 2016 Weiterbildungen im Blended Learning-Format an. Gestartet wurde mit dem Masterstudiengang „International Teaching“ und zwischenzeitlich werden auch weitere Kurse im Blended Learning-Format angeboten. Abschließend lässt sich festhalten, dass bei der Gestaltung von Blended-Learning Settings darauf geachtet werden sollte, dass zum einen sowohl die Kompetenzen der Lernenden als auch der Lehrenden berücksichtigt werden, und zum anderen die Kombination und Verzahnung der verschiedenen Phasen gut aufeinander abgestimmt werden muss.

Quellen:
blink.it GmbH & Co. KG (2021): Blended Learning in der Praxis. Online verfügbar unter https://www.blink.it/blended-learning-in-der-praxis, zuletzt aktualisiert am 26.02.2021, zuletzt geprüft am 21.12.2021.

Bravo Granström, Monica; Pallasch, Jule (2019). Die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung der PH Weingarten als Living Lab für digitalen Kompetenzerwerb. Tübingen, e-teaching.org.

e-teaching.org (2017): Blended Learning. Hg. v. Leibniz-Institut für Wissensmedien. Online verfügbar unter https://www.e-teaching.org/lehrszenarien/blended_learning, zuletzt aktualisiert am 28.03.2017, zuletzt geprüft am 21.12.2021.

Kerres, Michael (2013): Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote. 4., überarb. und aktualisierte Aufl. München: Oldenbourg.

Sauter, Annette M.; Sauter, Werner; Bender, Harald (2004): Blended learning. Effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining. 2., erw. und überarb. Aufl. Unterschleißheim, München: Luchterhand. Online verfügbar unter http://www.socialnet.de/rezensionen/isbn.php?isbn=978-3-472-05592-1.